ASW 20 CL-J
Am 21.Mai 2006 startete die ASW 20 CL-J zu ihrem erfolgreichen Erstflug. Das „J“ in der Musterbezeichnung steht für Jet Engine, oder auch Strahltriebwerk.
ASW 20 CL-J - Entwicklungsstand November 2009
Von der Modellflugzeug-Turbine zur Heimkehrhilfe
ASW 20 CL-J - Mit einem Jet aus der Flaute
ASW 20 CL-J - Auszug aus dem Bordbuch
ASW 20 CL-J - Entwicklungsstand August 2006
ASW 20 CL-J - Entwicklungsstand November 2006
ASW 20 CL-J - Entwicklungsstand Januar 2007
ASW 20 CL-J - Entwicklungsstand Mai 2007
ASW 20 CL-J - Entwicklungsstand Oktober 2007
ASW 20 CL-J - Entwicklungsstand Weihnachten 2007
ASW 20 CL-J - Entwicklungsstand April 2008
ASW 20 CL-J - Entwicklungsstand Juni 2008
EASA Zulassung für Turbine auf der Zielgeraden
Jetzt kommen die echten Turbos
Angeregt durch die Entwicklung von Martin Käppeler, der seit 2 Jahren mit einer Strahlturbine als Heimkehrhilfe in seinem Ventus fliegt, baute ich in meine ASW 20 die gleiche Turbine ein.
Nach Auswertung aller Pro und Kontras stellte ich fest, dass die Strahlturbine als Heimkehrhilfe aus folgenden Gründen gut geeignet ist:
• Geringes Gewicht: Der komplette Einbau, inklusive Container, Tanks, Batterie und Turbine, wiegt 12kg.
• Geringes Einbauvolumen: 1/3 des Gepäckfaches reichen für die Turbine aus.
• Die flexiblen Kraftstofftanks werden in den Tragflächen untergebracht.
• Einfache Bedienung: Das Triebwerk wird, je nach Konzept, mechanisch oder elektrisch ausgefahren. Eine Elektronik steuert den Startvorgang. Nach 20 sec liefert das Triebwerk vollen Schub.
• Geringer Luftwiderstand des ausgefahrenen Triebwerks: Der Widerstand ist nicht größer, als bei einem ausgefahrenen Fahrwerk.
• Variable Reichweite: 16kg Kerosin für 120 km, 32 kg Kerosin für 240 km.
• Geringes Außenlanderisiko

Entwicklung
Nach Besprechungen mit der Fa. Schleicher, dem Luftfahrtbundesamt und der European Aviation Safty Agency( EASA) erteilte letztere die Genehmigung, die ASW 20 mit einer einfahrbaren Strahlturbine auszurüsten.
Der Turbineneinbau wurde entwickelt, gebaut und einer eingehenden Bodenerprobung unterzogen. Funktionstest, Belastungstest, Schwingungsverhalten und Triebwerksläufe. Diese Nachweise wurden der EASA zur Beurteilung vorgelegt. Die EASA beurteilte die vorgelegten Ergebnisse positiv, sodass das Luftfahrtbundesamt am 18.05.06 die auf 3 Monate befristete Fluggenehmigung erteilen konnte. Nun beginnt die eigentliche Flugerprobung.

Der erste Start
Wie oft bin ich schon mit der ASW 20 an der Winde gestartet. Aber heute bin doch etwas angespannt, wird alles so funktionieren wie ich mir das vorgestellt habe.

Mit der linken Hand Fahrwerk einfahren, Flugzeug austrimmen, den Steuerknüppel in die linke Hand mit der rechten Hand das Triebwerk ausfahren, eine LED signalisiert, dass das Triebwerk ausgefahren und verriegelt ist. Der Rechner des Triebwerks wird mit Strom aus einer Batterie versorgt. Ein Display gibt den Startvorgang frei. Der Hebel wird auf Start gelegt. Der E-Starter dreht den Läufer der Turbine. Mit einem Verpuffungsgeräusch zündet die Glühkerze das Luft-Propangemisch. Bei ausreichender Abgastemperatur öffnet das Kerosinventil und das vorgewärmte Kerosin wird durch die Pumpe in die Brennkammer gedrückt.
Hinter mir höre ich ein beeindruckendes Geräusch, wie ich es schon bei großen Flugzeugen gehört habe.
Nach einer kurzen Kalibrierungsphase kann der Leistungsregler hochgedreht werden und im Nu werden 108 000 RPM, die volle Leistung erreicht. Der Lärm ist schon beträchtlich, aber in der Kabine kann man noch ohne Kopfhörer den Funksprechverkehr durchführen.

Die Beschleunigung, sie liegt unter 0,1 m/s2, ist kaum spürbar. Bei gleichbleibender Höhe klettert die Geschwindigkeit auf ca. 150 km/h. Bei einer Geschwindigkeit von 110 km/h sind Steigwerte bis zu 1m/s möglich.
Alles funktioniert so, wie ich es mir vorgestellt habe. Die Anspannung lässt nach und ich merke, wie sich auf meinem Gesicht ein zufriedenes Lächeln breit macht.
Die Zukunft
Mit den ersten Flügen beginnt die Erprobung dieses neuen Antriebssystems. Von dem Strahltriebwerk wurden bereits sehr viele für Modellflugzeuge und Drohnen gebaut. Aber um es in ein Luftfahrtzeug einzubauen, muss es auch für die Luftfahrt zugelassen werden.
Die Flugzeughersteller, Triebwerkshersteller, Luftfahrtbundesamt und die European Aviation Safty Agency sind guten Willens im Sinne der Sicherheit für die Luftfahrt diese Projekt zu einem guten Abschluss zu bringen.
Klaus Meitzner
ASW 20 CL-J
